BUNDjugend  

Glyphosat – eine verschobene Debatte

„Wir nehmen Glyphosat bis Ende 2023 vom Markt.“

Mit diesem Satz hatte sich die Bundesregierung zur Aufgabe gemacht, den Einsatz von Glyphosat zum Neujahr abzuwenden. Anfang November fanden dazu die Abstimmungen auf EU-Ebene statt und die BUNDjugend Hamburg hat dazu Recherchen angestellt und mit Briefen an politische Funktionär*innen die Einhaltung des politischen Ziels gefordert. Viele Mittwochabende zerbrachen wir uns die Köpfe über alternative Lösungskonzepte für ökologisch nachhaltige Landwirtschaft oder darüber, wie man politisch Einfluss nehmen könnte.

Glyphosat ist ein Pflanzenvernichtungsmittel, welches ohne Ausnahme jedes Gewächs vernichtet, das nicht gentechnisch angepasst wurde. Dadurch wird einerseits der Ernteertrag maximiert, da Glyphosat alle konkurrierenden Pflanzen absterben lässt, andererseits wird sämtliche Artenvielfalt auf der Ackerlandflächen zerstört und damit allen Lebewesen, die von dieser Artenvielfalt abhängig sind, die Lebensgrundlage genommen.Zudem können Rückstände von Glyphosat an Lebensmitteln und im Grundwasser zu Schädigungen bei Tieren wie bei Menschen führen.

Alternativen zu einem sicheren Ernteertrag sind bereits vorhanden. EIne Möglichkeit wären beispielsweise Fruchtfolgen, das bedeutet, dass Landwirt*innen saisonale Feldfrüchte anbauen und dadurch ertragreiche Ernten auf umweltfreundliche Art und Weise gesichert werden können. EIn andere Möglichkeit wären eine erhöhte Nutzung der Ackelandflächen für Lebensmittel, denn über die Hälfte des Ackerlandes in Deutschland wird für den Anbau von Futtermitteln genutzt. Durch eine Reduzierung des Fleischkonsums könnte man so mehr Ackerland für Lebensmittel nutzen.

Im Endeffekt waren all die Bemühungen nicht ausreichend, nachdem es weder eine ausreichende Mehrheit für oder gegen die Wiederzulassung von Glyphosat gab, wurde die Wiederzulassung von der EU-Kommission durchgesetzt.

Der Koalitionsvertrag wurde damit umgangen. Umweltschutz jedoch ist unumgänglich. Daher wird die Wiederzulassung von Glyphosat auch in Zukunft Thema sein. Die Debatte wurde lediglich verschoben.