Lebensmittel

Basics

In Deutschland landen rund 1/3 der gekauften Lebensmittel in der Tonne. Die meisten Produkte werden in den Haushalten selbst verschwendet, nämlich 6,7 Mio. Tonnen jährlich in Deutschland.

Tipps

● Nur so viel einkaufen, wie Du wirklich verbrauchen kannst.

● Essen vom Vortag noch einmal aufwärmen oder anderweitig verwerten.

● Bei Produkten mit Mindesthaltbarkeitsdatum auf die eigenen Sinne vertrauen. Mit dem Ablauf des Datums ist ein Produkt nicht zwingend schlecht. Wenn es gut aussieht, riecht und schmeckt, kannst Du es in der Regel bedenkenlos verzehren.

● Lebensmittel sollten möglichst regional und saisonal eingekauft werden, um weite Transportwege zu vermeiden. Dabei kann ein Saisonkalender helfen.

● Lebensmittel aus ökologisch kontrolliertem Anbau sind meist nachhaltiger und umweltfreundlicher als Lebensmittel aus konventioneller Landwirtschaft. Auf Biohöfen werden keine chemisch-synthetischen Pestizide oder Mineraldünger verwendet. Biolandwirte bauen nur auf kleinen Flächen an und setzten auf Misch- statt auf Monokulturen. Dadurch bleibt das natürliche Ökosystem mit seinen Pflanzen, Tieren und Bodenlebewesen erhalten.

● Außerdem ist es wichtig, beim Einkaufen auf den Inhaltsstoff Palmöl zu achten. Denn dieses hat eine katastrophale Umweltbilanz und beim Herstellungsprozess werden in vielen Ländern Menschenrechte missachtet. Inzwischen gibt es viele Hersteller die ganz auf Palmöl verzichten.

Kein Ei mit der 3

Seit einigen Jahren ist die Einzelhaltung von Legehennen in Deutschland verboten. Nicht verboten ist aber die Haltung von Legehennen in sogenannten „ausgestalteten Käfigen“ oder „Kleingruppenhaltung“. Dahinter verbirgt sich ein Käfig mit nur wenig mehr Platz als in den alten Legebatterien.

Schau beim Einkauf auf den Eierstempel und achte auf die erste Ziffer. Diese gibt Auskunft über die Haltungsform.

Die Buchstaben verraten Dir das Herkunftsland. So steht etwa „DE“ für Deutschland oder „NL“ für Niederlande. Die Ziffern hinter dem Länderkürzel geben Auskunft über die Betriebsnummer.

Haltungsformen:

0: Ökologische Haltung und Biofutter – Genuss für alle; doch erst 11 Prozent der Eier

1: Freilandhaltung – viel Auslauf, aber konventionelles Futter; 19 Prozent der Eier

2: Bodenhaltung – kein Käfig, aber wenig Platz; 63,2 Prozent der Eier

3: Käfighaltung (auch „Kleingruppen“ oder „Kleinvoliere“) – grausame Tierquälerei und Salmonellenrisiko; 6,8 Prozent der Eier

Wenn schon Fleisch, dann am besten Wildfleisch

Tierische Produkte benötigen ein Vielfaches an Ressourcen, die Tierhaltung führt zu hohen Emissionen und die Tiere werden häufig unter sehr schlechten Bedingungen gehalten. Wer seinen Fleischkonsum verringert oder sich vegetarisch oder vegan ernährt, kann einen großen Unterschied machen.

Wer auch nach den Feiertagen auf einen Braten nicht verzichten möchte, sollte auf Fleisch aus ökologischer Haltung achten. Eine gute Alterna­tive zum Bio-Fleisch ist Wild aus hei­mischen Wäldern.

Denn freilebende Wild­schwei­ne, Rehe und Hirsche wachsen artge­recht auf – und auch der Transport zum Schlachthof bleibt ihnen erspart. Die freileben­den Tiere ernähren sich natürlich und ihr Fleisch enthält garantiert keine Reste von Antibiotika.

 

Einfach mal testen: Seitan-Schnitzel und Tofu-Würstchen

Mittlerweile ist die Auswahl an veganem Grillgut beachtlich. Es wird auf Basis von pflanzlichem Eiweiß, etwa aus Soja, Tofu oder Seitan, hergestellt und ähnelt in Form und Geschmack verblüffend den Fleischprodukten. Es gibt vegane Schnitzel, Steaks, Brat- und Grillwürstchen, geräuchert oder mariniert. Grundsätzlich eignet sich auch Gemüse zum Grillen. Damit es nicht schwarz wird, sollte es vor dem Grillen mit Öl bestrichen bzw. mariniert werden. Besonders gut schmecken Maiskolben, Kartoffeln oder gefüllte Champignons. Selbst Spargel lässt sich mittels einer Grillklemme auf den Rost legen. Gemüsesorten wie Zucchini, Möhren oder Paprika werden am Besten klein geschnitten und in einer Edelstahlschale gegrillt. Um die Nährstoffe zu erhalten, muss das Gemüse bei niedrigen Temperaturen gegart werden.

Stores

  • Die foodsharing-Initiative setzt sich für die Rettung von Lebensmitteln ein. Auf der Website kannst Du gezielt nach Stellen in Deiner Nähe suchen und dort überschüssiges Essen verschenken.
  • Bei der solidarischen Landwirtschaft kann man sich eine Gemüse-Kiste organisieren. Die Solawi steht für eine bäuerliche und vielfältige Landwirtschaft, die gesunde, frische Nahrungsmittel erzeugt und die Natur- und Kulturlandschaft pflegt. Bei der Solawi werden die Lebensmittel nicht mehr über den Markt vertrieben, sondern fließen in einen eigenen, durchschaubaren Wirtschaftskreislauf, der von den Verbraucher*innen mit organisiert und finanziert wird.
  • Wer mal nicht selbst kochen möchte und dabei gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen möchte, kann die App TooGoodToGo nutzen. Damit kann man sich leckeres Essen für 3€ als Takeaway in der Nähe abholen, von Restaurants und Geschäften, bei denen das übrig gebliebene Essen sonst in der Tonne landen würde.

Siegel

Wir empfehlen Produkte mit folgenden Siegeln zu kaufen; Fairtrade, Gepa, Demeter, Naturland, Bioland oder der Gäa-Vereinigung ökologischer Landbau, da diese fair gehandelt werden und/oder unter sozial gerechten und ökologischen Bedingungen angebaut und hergestellt werden.

Bei der Orientierung helfen unterschiedliche Siegel, eine Übersicht liefert zum Beispiel der BUND, die Siegel-Check App vom NABU oder der Fischratgeber von Greenpeace.

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